So geht es für die Nati nach der WM weiter

Die Fußball Weltmeisterschaft in Russland war diesen Sommer das sportliche Großereignis schlechthin. Nach einer knapp zweijährigen Qualifikationsphase und intensiver Vorbereitungswochen ging es für die teilnehmenden Mannschaften endlich um den WM Pokal. Nach einer glücklichen Gruppenphase schied die Mannschaft der goldenen Generation um Shaquiri, Xhaka und Co. allerdings im Achtelfinale gegen Schweden aus. Wie geht es nun für die Nati weiter und was muss sich nach dem Turnier ändern?

Achtelfinalaus nach glücklicher Gruppenphase

Nach der Auslosung im vergangenen Winter war klar, dass ein Achtelfinaleinzug der Schweiz in einer Gruppe mit ambitionierten Gegnern wie Brasilien, Serbien und Costa Rica keine leichte Aufgabe wird. Doch direkt im Auftaktspiel überraschte man das internationale Publikum mit einem hart umkämpften 1:1 gegen den haushohen Favoriten Brasilien. Die ebenso intensiv geführte Partie gegen Serbien konnte man mit 2:1 für sich entscheiden. Mit dem 2:2 Unentschieden im abschließenden Gruppenspiel gegen Costa Rica sicherte sich die Nati den zweiten Platz vor den Serben. Während man also wie vier Jahre zuvor das Achtelfinale erreichen konnte, reichte es leider nicht für mehr. Ein uninspirierter, nahezu lustloser Auftritt führte zu einer verdienten 0:1 Niederlage. Im Gegensatz zu dem umkämpften Achtelfinale gegen Argentinien 2014, war bei dieser WM kaum Gegenwehr zu spüren. Dies ist umso ärgerlicher, da die Schweden kein übermächtiger Gegner waren. Vielmehr scheiterte man am eigenen Unvermögen. Kein Wunder also, dass Trainer Vladimir Petkovic für die kommenden Länderspiele einen Umbruch plant.

Machen die verdienten Spieler Platz?

Unmittelbar nach dem Ausscheiden wurden Stimmen laut, die einen deutlichen Umbruch in der Nati fordern. Verdiente Spieler wie Johan Djourou, Stephan Lichtsteiner, Gelson Fernandes oder Valin Behrami sind alle jenseits der dreißig und könnten Platz für nachrückende, junge Akteure machen. So hat Fernandes bereits seinen freiwilligen Rücktritt erklärt. „Ich habe freiwillig so entschieden. Ich kann noch laufen und kämpfen, aber jetzt muss man junge Spieler einbauen. Nun soll auf meiner Position Platz sein für Jungs wie Sow, Grgic, Edimilson, Bajrami oder Lauper. Ich bin aus Respekt für unseren Verband und Liebe zu unserem Land zurückgetreten.“, erklärte der Mittelfeldspieler gegenüber der Zeitung Blick. Routinier Johan Djourou hingegen will auch weiter machen, wenn er nicht für die Qualifikationsspiele im Herbst nominiert werden würde, so Costa Bonato, Berater des Innenverteidigers nach der WM. Doch zunächst gilt es, sich auf die Serie A zu konzentrieren.

Behrami erhebt Vorwürfe

Weniger harmonisch lief die Trennung von WM-Kapitän Valin Behrami. Der defensive Mittelfeldspieler von Udinese Calcio erhebt schwere Vorwürfe gegen Trainer Petkovic. Nach seiner Ausbootung zeigt sich Behrami enttäuscht über die unpersönliche Vorgehensweise des Bundestrainers und sieht sogar politische Ambitionen hinter dem „Rauswurf“: „Der Trainer kann sagen, was er will. Es ist ein politischer Entscheid. Ich habe mich gegen Leute gewehrt, die nicht verstehen, was der Fussball bedeutet.“, so Behrami in einem Interview. Indes beteuert Petkovic, dass er für die anstehenden Länderspiele lediglich den jungen Spieler eine Chance geben wolle. Keinesfalls bedeute die vorläufige Nichtnominierung Behramis eine endgültige Ausbootung.

Neues Personal für die Länderspiele im Herbst

Nach der WM ist vor der Nations League. Für die anstehenden Länderspiele im Herbst baut Trainer Petkovic auf neues Personal und will den jungen, hungrigen Spielern eine Chance geben. In dem neuen Qualifikationsmodus für die Europmeisterschaft 2020 treten die Nationalteams in der sogenannten Nations League gegeneinander an. Für die Nati geht es am 8. September vor heimischen Publikum gegen Island los. Laut Betway geht die Nati mit einer Quote von 1,8 (Stand 14.8.) als Favorit in das Spiel. Danach geht es im Oktober nach Belgien gegen den WM-Dritten.

Trainer will jungen Spielern eine Chance geben

Mit Niko Elvedi und Denis Zakaria von Borussia Mönchengladbach oder Breel Embolo vom FC Schalke 04 stehen gleich drei junge Spieler bereit, die in der Bundesliga ihr Können unter Beweis gestellt haben. Auch wenn die goldene Generation um Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka mit Mitte 20 noch lange nicht zum alten Eisen gehört, ist sich Vladimir Petkovic sicher, mit hungrigen Nachrückern den etablierten Kräften Feuer machen zu können. Das langfristige Ziel ist hier in erster Linie die Qualifikation zur paneuropäische EM 2020, die in der UEFA Nations League klargemacht werden soll. Aber auch die großen Stars der Nati wollen in vier Jahren mit Sicherheit noch einmal bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar angreifen. Ob es dann endlich für das Viertelfinale oder gar mehr reicht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

 

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